Pläne der Rentenkommission - Minijobs sollen wegfallen - was bedeutet das ?

***

Thema:

-----> Pläne der Rentenkommission - Minijobs sollen wegfallen - was bedeutet das ?

***

Stand: 24.06.2026 • 13:31 Uhr

***

Die Rentenkommission schlägt vor, Minijobs weitgehend abzuschaffen. 

Die Beschäftigten sollen künftig - anders als bisher - auch Sozialabgaben zahlen. 

***

-----> Was würde sich dadurch ändern ?

Die Rentenkommission möchte die Rente reformieren.

Dazu hat sie tiefgreifende Änderungen vorgeschlagen - 33 an der Zahl. 

Eine Idee: 

Minijobs in ihrer heutigen Form abzuschaffen. 

Millionen Menschen in Deutschland wären davon betroffen.

***

-----> Was genau soll sich ändern ?

Die Pläne der Rentenkommission sehen eine Abschaffung von Minijobs vor. 

Ein Minijob ist eine sogenannte geringfügig entlohnte Beschäftigung, die häufig nur wenige Stunden pro Woche umfasst. 

Der Verdienst ist auf derzeit 603 Euro pro Monat oder 7.236 Euro pro Jahr limitiert. 

Die zulässige Stundenzahl ergibt sich indirekt aus der Verdienstgrenze und dem geltenden Mindestlohn.

Der Arbeitnehmer zahlt keine Sozialabgaben, der Arbeitgeber eine Pauschale von etwas über 30 Prozent, darunter 15 Prozent Rentenversicherung und 13 Prozent Krankenversicherung.

Im Vergleich zu einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zahlt der Arbeitgeber eher mehr Abgaben - der Arbeitnehmer dagegen gar keine. 

Das soll sich ändern. 

-----> Der steuer- und sozialversicherungsrechtliche Sonderstatus ... 

-----> ... von Minijobbern soll abgeschafft werden.

Die Beschäftigten sollen künftig in Renten,- Pflege- und Krankenkasse einzahlen. 

-----> Ausnahmen soll es nur für Schülerinnen und Schüler geben.

***

-----> Wie viele Minijobber gibt es derzeit in  Deutschland ?

Laut Minijobzentrale sind derzeit über 6,5 Millionen Menschen in Deutschland als geringfügig beschäftigt im Gewerbe registriert. 

Hinzu kommen 252.372 in Privathaushalten, die noch einmal erleichterten Regelungen unterliegen.

Fast zwei Drittel der gewerblichen Minijobber sind zwischen 24 und 64 Jahre alt. 

Frauen sind mit 55,9 Prozent klar in der Überzahl, 18,3 Prozent sind Ausländer. 

Für alle Minijobber zusammen wurden im ersten Quartal Beiträge in Höhe von 1,3 Milliarden Euro für die Rentenversicherung und 1,02 Milliarden Euro für die Krankenversicherung eingezahlt.

***

-----> Welche Vorteile hat ein Minijob ?

-----> Für Beschäftige: 

Das Geld kommt fast brutto wie netto an. 

Wer einen Minijob hat, zahlt in der Regel keine oder nur sehr geringe Sozialabgaben. 

Dadurch bleibt vom Lohn deutlich mehr übrig als bei einer regulären Teilzeitstelle mit gleichem Stundenlohn. 

-----> Dazu kommt die hohe Flexibilität:

Viele Minijobs lassen sich gut mit Studium, Schule, Rente oder Familie kombinieren.

-----> Für Arbeitgeber:

Sie zahlen zwar relativ hohe 

Doch Arbeitgeber können mit Minijobbern viel flexibler reagieren und zum Beispiel saisonale Lücken schließen, ohne einen Mitarbeiter das ganze Jahr beschäftigen zu müssen. 

Die Abwicklung über die Minijobzentrale gilt als stark vereinfacht und somit unkompliziert.

***

-----> Welche Branchen sind betroffen ?

Die größten Gruppen der Minijobber in Deutschland arbeiten in den Bereichen Handel und Gastronomie. 

Dort ist auch der Aufschrei über die Reformpläne am größten. 

"Die Vorschläge der Rentenkommission gehen an der betrieblichen Realität vorbei und wären für das Gastgewerbe eine Katastrophe", heißt es etwa vom Hotel- und Gaststättenverband in Bayern. 

Insgesamt sind in der aktuellen Debatte Arbeitgebervertreter eher gegen die Abschaffung, Gewerkschaften eher dafür.

***

-----> Was passiert mit bestehenden Minijobs ?

Dazu gibt es bisher keine konkreten Regelungen. 

Nach den bisherigen Vorschlägen der Rentenkommission wäre offen, ob bestehende Minijobs automatisch umgestellt werden oder ob es Übergangsfristen gäbe. 

In der Regel werden bei solchen Reformen Übergangsregelungen geschaffen, damit laufende Verträge nicht abrupt geändert werden müssen.

***

-----> Was sagen die Arbeitsmarktexperten ?

Aus Sicht der Bundesagentur für Arbeit sind Minijobs ein Problem. 

Denn sie verführen demzufolge dazu, keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung einzugehen. 

Besonders betroffen sind Gruppen in der Bevölkerung, die noch Luft nach oben hätten.

Deutschland sei etwa eines der Länder in Europa, die im Bereich der Erwerbsbeteiligung von Frauen am oberen Rand liegen, sagt die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles. 

Die Zahl der von Frauen geleisteten Arbeitsstunden sei in Deutschland aber eine der niedrigsten auf dem gesamten Kontinent. 

Die Möglichkeit eines Minijobs sei - ähnlich wie das Ehegattensplitting - ein staatlicher Anreiz, nur wenige Stunden zu arbeiten.

Der Arbeitsmarktforscher Ulrich Walwei vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hatte sich schon 2021 in einer Stellungnahme für den Bundestag kritisch zu Minijobs geäußert. 

Sie würden ein hohes Niedriglohnrisiko und eine hohe Armutsgefährdungsquote aufweisen. 

Es gebe Hinweise auf einen erheblichen Verdrängungseffekt aus der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. 

Und: 

Das häufig vorgebrachte Pro-Argument, Minijobs könnten als Brücke in den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsmarkt dienen, ziehe nur sehr bedingt.

***

-----> Wie stehen die politischen Parteien zu Minijobs ?

Die AfD will die Möglichkeit von Minijobs ausweiten, SPD, Linke und Grüne sind für die Abschaffung. 

Aus der Union hatte es unterschiedliche Stimmen gegeben, aber auch dort waren die Rufe nach einer Abschaffung zuletzt immer lauter geworden.

***

-----> Wann könnte die Änderung kommen ?

Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas haben die vollständige Umsetzung der Vorschläge der Rentenkommission angekündigt. 

"Alle Elemente dieses Reformpakets müssen jetzt zügig umgesetzt werden", sagte Merz nach der Übergabe des Berichts in Berlin. 

Man könne es sich nicht erlauben, einzelne Maßnahmen herauszunehmen oder abzulehnen. 

Die Koalition sei sich daher einig, das Paket "vollständig" umzusetzen.

Uneinigkeit zwischen Union und SPD gibt es, was den Zeitplan angeht.

"Wir sind jetzt schon spät dran", mahnt der Kanzler. 

Ein Bundestagsbeschluss im Herbst sei das Ziel, heißt es intern. 

Die SPD sagt dagegen: 

Die Reform sei hochkomplex. 

Wahrscheinlich müssten mehrere Gesetze neu geschrieben werden, auf die Detailarbeit komme es jetzt an.

***

Quelle:

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitsmarkt/minijobs-deutschland-wegfall-100.html

***









Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Herzlich Willkommen und Blogbeschreibung

Gibt es eigentlich noch seriöse Heimarbeit ?

Gibt es einen Job für Medizinische Fachangestellte im Home-Office ?